February 14, 2022

Keep our planet cool: Mit Klimaneutralität

by Lena Severin

Wir sind klimaneutral – was genau bedeutet das und wie haben wir das geschafft? Das erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Klimaneutralität ist mittlerweile in aller Munde. Wir sprechen von klimaneutralem Versand, klimaneutralen Produkte, klimaneutralen Prozessen und klimaneutralen Unternehmen – ja, sogar Deutschland möchte bis 2035 klimaneutral sein. Wie genau funktioniert das und warum sind nun auch wir klimaneutral gestellt?

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Unser primäres Ziel und auch das von vielen weiteren Unternehmen, Organisationen, Ländern und Institutionen und vermutlich auch von vielen Privatpersonen ist: eine enkeltaugliche Zukunft. Um diese zu erreichen, müssen wir die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen, Klimaschutz betreiben und so früh wie möglich Klimaneutralität erreichen, um Kippelemente und damit verbundene, für uns unvorhersehbare Prozesse zu verhindern. Über das Thema Klimawandel, mögliche Kippelemente und Folgen habe ich schon in diesem Blogbeitrag berichtet.

Warum ist Klimaneutralität wichtig?

Produzierende Unternehmen spielen eine wesentliche Rolle bei der Erreichung des 1,5-Grad-Ziels. 90% ihrer Emissionen (der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2, Methan, Lachgas etc.) liegen in der Lieferkette. Fakt ist, wir alle stoßen Emissionen aus – alleine durch unsere bloße Atmung. Das an sich wäre aber nicht so schlimm, denn bis zu einem gewissen Grade kann dieser Ausstoß durch die Bindung von Treibhausgasen (CO2e) aus der Atmosphäre in natürlichen Reservoiren, sprich in unseren Wäldern, Mooren und Ozeanen, gespeichert werden. Dadurch entsteht ein Gleichgewicht, denn die Emissionen werden zwar verursacht, aber gleichzeitig wird ihre Wirkung durch die Bindung wieder aufgehoben. Die Schwierigkeit aktuell ist jedoch, dass wir mittlerweile, vor allem dank der Industrialisierung, zu viel CO2e ausstoßen und somit für ein Ungleichgewicht in der Atmosphäre sorgen. Die Treibhausgase reichern sich dort an und beeinflussen dadurch unser Klima – und das nicht gerade zum positiven für uns.

Völlig klar also: Wir müssen etwas tun! Wir müssen unsere Emissionen soweit wie möglich reduzieren und die, die wir nicht einsparen können, durch Klimaschutzprojekte aus der Atmosphäre zurückholen.
Wir sind also klimaneutral. Klima-was?
Klimaneutral werden Unternehmen, Prozesse oder Produkte, deren CO2e-Emissionen berechnet und durch international anerkannte Klimaschutzprojekte ausgeglichen wurden. Genau das haben wir gemeinsam mit ClimatePartner gemacht.

Aber: Der Ausgleich unserer CO2e-Emissionen ist nicht der letzte Schritt! Wir arbeiten schon länger daran unsere Prozesse und unser Handeln von vornherein so zu strukturieren, dass wir das absolute Minimum an Emissionen verursachen. Vielleicht fragst du dich jetzt: Warum kompensieren wir dann überhaupt, statt direkt zu reduzieren? Tja, wenn das mit der Reduktion so einfach wäre. Die Reduktionsmaßnahmen, an denen wir aktuell arbeiten, werden einige Monate und teilweise auch Jahre in Anspruch nehmen. Das dauert uns zu lange. Wir wollen keine Zeit verlieren und jetzt schon Verantwortung für unseren derzeitigen Ausstoß übernehmen und das aktuell mögliche für unseren Planeten und unser Klima tun: Emissionen kompensieren.

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Was genau bedeutet nun Klimaneutralität bei uns?

Klare Sache: Auch wir stoßen CO2e-Emissionen aus, wie jedes andere Unternehmen auch, ganz gleich, wie nachhaltig und sparsam wir wirtschaften. Diese Emissionen haben wir gemeinsam mit ClimatePartner nach den Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) für unser Unternehmen und unsere Produkte berechnet und gleichen sie über das Klimaschutzprojekt “Sauberes Trinkwasser” in Kono, Sierra Leone, aus.

Unser CO2-Fußabdruck beträgt aktuell 356 t CO2. Davon wurden 41 t CO2 im Unternehmen verursacht und 315 t CO2 in der Lieferkette unserer Produkte.
Unser CO2-Fußabdruck im Unternehmen
Für unseren Unternehmens-Fußabdruck, auch Corporate Carbon Footprint, kurz CCF, genannt, wurden die CO2e-Emissionen, die wir im Jahr 2021 verursacht haben, mit Hilfe von Verbrauchsdaten und Emissionsfaktoren in drei Kategorien berechnet:

  • Scope 1: enthält alle direkt erzeugten Emissionen durch beispielsweise Firmenfuhrparks und Anlagen – beides gibt es bei uns nicht.
  • Scope 2: führt Emissionen auf, die durch zugekaufte Energie entstanden sind, zum Beispiel Strom und Gas.
  • Scope 3: umfasst indirekte Emissionen, wie den Arbeitsweg unserer Mitarbeitenden, das Homeoffice und Geschäftsreisen.

Wo genau entstehen unsere Emissionen im Unternehmen?

  1. Homeoffice: 55,2 %
  2. Mitarbeiter*innenanfahrt: 23,9 %
  3. Geschäftsreisen: 9,3 %
  4. Strom & Wärme: 9,2 %
  5. Sonstiges: 2,4 %

Der CO2-Fußabdruck unserer Produkte

Im Bereich des Produktfußabdrucks, auch Product Carbon Footprint, kurz PCF, genannt, werden deutlich mehr Aspekte betrachtet und dort sind zudem auch deutlich höhere Emissionen zu finden. Und so funktioniert’s: Es werden für das aktuelle Jahr, also für 2022, die Daten auf Basis prognostizierter Verkaufswerte kalkuliert. Am Ende des Jahres findet ein Abgleich mit den tatsächlich entstandenen Emissionen statt. Die mögliche Differenz gleichen wir dann nachträglich aus.

Für die Berechnung des PCFs wurden unsere Inhaltsstoffe, Verpackungen, alle Transportwege, die Herstellung der Produkte und die Entsorgung der Verpackungen betrachtet. Die Nutzung der Produkte von euch wurde ausgeschlossen, da sie für uns nicht steuerbar ist und wir darüber keine Daten erfassen können.

Wo genau entstehen unsere Emissionen bei den Produkten?

  1. Verpackung: 33,4 %
  2. Rohstoffe: 35,4 %
  3. Logistik: 13,8 %
  4. Produktion: 1,1 %
  5. Entsorgung: 1,7 %
  6. Unternehmensfußabdruck: 14,5 %

Wie sah unser Weg zur Klimaneutralität aus?

  1. Auswahl geeigneter Anbieter → ClimatePartner
  2. Erfassung relevanter Daten bei Lohnherstellern, Lieferanten, Inhouse
  3. Berechnung der CO2-Emissionen auf Unternehmens- und Produktebene
  4. Aufstellung von Reduktionspotentialen
  5. Auswahl von Klimaschutzprojekten für die Kompensation von Emissionen
  6. Jetzt: Reduzieren, reduzieren reduzieren
  7. Reduktion unserer Emissionen: Daran arbeiten wir.

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Natürlich bleibt es nicht bei der Kompensation der Emissionen! Im Gegenteil: Die größten und wichtigsten Schritte folgen jetzt: Unsere Emissionen weiter zu reduzieren.

Unser Company-Fußabdruck ist glücklicherweise schon sehr gering, weshalb wir hier kein großes Einsparpotential mehr haben. Trotzdem arbeiten wir weiterhin an der Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden in Bezug auf den Umgang mit Ressourcen und Energie im Büro. Das größte Einsparpotential zeigt sich in unseren Produkten: Dort entstehen nämlich knapp 90% unserer gesamten Emissionen. Ins Gewicht fallen dabei vor allem die Rohstoffe mit ihrer aufwändigen Erzeugung und deren Transport sowie die Glasflaschen.

Wie wollen wir Emissionen bei unseren Produkte einsparen?

Was haben wir bereits gemacht?

  • Unsere Versandverpackung auf das Nötigste reduziert (plastikfreier Verschluss, einfarbiger Druck, 100% recycelte Wellpappe)
  • Klimaneutraler Versand in DACH und international sowie Rückversand DACH
  • Wo wollen wir noch reduzieren?
  • Verbesserung der Rezepturen und ggf. Austausch von emissionsärmeren Rohstoffen
  • das Refill-System ausbauen
  • einen noch engeren Kontakt mit Lieferanten herstellen, um gemeinsam eine klimafreundlichere Rohstoffherstellung zu gestalten

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Unsere Klimaschutzprojekte: So gleichen wir unsere Emissionen aus

Klimaschutzprojekt 1: Sauberes Trinkwasser in Kono, Sierra Leone
Die Emissionen unseres Company und Product Carbon Footprints gleichen wir durch das mit Gold Standard zertifizierte Klimaschutzprojekt “Sauberes Trinkwasser” in Kono, Sierra Leone aus. Durch das Projekt können wir sowohl den Klimaschutz unterstützen als auch die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessern.

Das große Problem: Ungefähr zwei Milliarden Menschen auf der Welt haben noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Um an Wasser zu gelangen, müssen die Menschen, wie auch in Kono, oft lange Strecken zurücklegen. Oft gibt es nur Oberflächenwasser aus Flüssen und Seen, das über offenem Feuer abgekocht werden muss, bevor es bedenkenlos verwendet werden kann. Dadurch entsteht gesundheitsschädlicher Rauch und es werden Treibhausgasemissionen freigesetzt. Das ist weder für die Umwelt, noch für die Gesundheit der Menschen förderlich.

In dem Projekt werden in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung beschädigte Brunnen repariert und regelmäßig gewartet, um die regionale Trinkwasserversorgung abzusichern. Das Abkochen von Wasser wird überflüssig und pro Jahr können somit durchschnittlich 10.000 t CO2-Emissionen eingespart werden. Zudem helfen wir dabei, die Gesundheit der Menschen zu verbessern.

Klimaschutzprojekt 2: Meeresschutz mit der Plastic Bank, weltweit
Unsere Versandverpackungen haben wir schon Mitte letzten Jahres klimaneutral gestellt, nachdem wir sie so weit wie möglich emissionsbezogen optimiert haben. Die restlichen, also die unvermeidbaren Emissionen gleichen wir mit dem mit Gold Standard zertifizierten Klimschutzprojekt “Meeresschutz” aus. Das Plastikproblem in unseren Ozeanen ist ja mittlerweile weit bekannt: Jede Minute landet ungefähr eine LKW Ladung Müll in unseren Meeren.

Mit dem Projekt gehen wir genau dieses Problem an und helfen der Bevölkerung in Haiti, Indonesien, Brasilien und auf den Philippinen dabei, Plastikmüll aus dem Meer zu holen und ordnungsgemäß zu recyceln. Weil durch das Projekt nicht direkt CO2 eingespart wird, erfolgt der Ausgleich über zwei weitere Windparkprojekte. Pro t CO2 werden 10kg Plastikmüll gesammelt.

Über unser Label „klimaneutrales Unternehmen & klimaneturale Produkte“ und die ID-Nummer kannst du unsere Klimaneutralität im ClimatePartner-ID-Tracking nachvollziehen: https://fpm.climatepartner.com/tracking/17013-2202-1001.

Wie du siehst, ist das Thema Klimaneutralität – wie ja auch das Thema Nachhaltigkeit per se – kein ein Endzustand für uns. Es ist vielmehr ein Weg, den wir immer weitergehen und auf dem wir uns kontinuierlich verbessern. Es ist für uns ein weiterer Schritt in eine nachhaltigere Zukunft. Und den möchten und müssen wir jetzt schon gehen.


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