January 17, 2022

Let’s talk about Sex – und deine Selbstbestimmtheit!

by Lena Severin

Egal ob allein, zu zweit, zu dritt, im Stehen, Sitzen, Liegen oder eine Mischung aus allem: Wir haben Sex. Mal mehr, mal weniger, mal wilder, mal zarter, mal so, mal so. Aber warum sprechen wir als Kosmetikmarke darüber? Weil wir alle mehr darüber sprechen müssen. Natürlich: Sex ist nicht nur gut für die Haut, sondern für den ganzen Körper und das Gemüt. Wir stehen als Marke aber nicht nur für Hautpflege und körperliche Gesundheit, sondern auch für emotionales Wohlbefinden. Wir möchten dort ansetzen, wo wir das Bedürfnis nach Veränderung verspüren, wo uns das nötige Empowerment fehlt, wo wir Raum für Selbstbestimmtheit schaffen wollen.


Mir wird in so manchen Gesprächen mit Freund*innen bewusst, wie wir alle noch lernen, unsere Grenzen zu verteidigen, nicht nur, wenn es um Sex geht, sondern allgemein in Situationen, in denen wir uns behaupten müssen. Mal klappt das besser und wir sind wahre Powerhouses, mal hat uns sämtliche Macht verlassen und wir geben klein bei. Und genau hier liegt der Punkt, in dem wir uns selbst verletzen oder sogar ausgenutzt werden können. Wichtig ist deshalb, die Konversation in Gange zu bringen, uns selbst und unser Gefühl zu erforschen. Kurz gesagt: Seien wir selbstbestimmt.

Warum überhaupt Sex zum Thema machen?

Sex ist ein Bereich unseres Lebens in dem Offenheit, Selbsterforschung, -bestimmung und -liebe noch nicht fest verankert sind. Leider auch in 2022 noch nicht, lange nach #metoo. Nicht jede Frau* spricht mit ihren Freund*innen oder sogar Partner*innen darüber, was sie im Bett erlebt, über Vorlieben und Fantasien. Und, so wie mir von unterschiedlichen männlichen Quellen immer wieder berichtet wird, Männergruppen tun es noch weniger. Dabei ist ein offener und völlig wertfreier Diskurs so wichtig, um zu lernen, worauf es wirklich ankommt: Blöde Clichés im hohen Bogen aus dem Weg zu räumen und Raum für Kommunikation und Selbstbestimmung auf beiden Seiten zu schaffen. Das darf sich auf keinen Fall unangenehm anfühlen. Wenn du also hier gelandet bist, möchte ich dir vor den nächsten Zeilen nur mit auf den Weg geben, dass es vollkommen ok ist, in deiner Komfortzone zu bleiben. Sex soll Spaß machen, sich gut anfühlen und dir einen Booster fürs Selbstbewusstsein geben. Sich dabei auf wilde Wagnisse einzulassen, die dir nicht ganz geheuer sind, kann zwar auch genau das bedeuten, gilt aber nie für alle. Wo auch immer du deine Lust findest, ob innerhalb oder außerhalb der Komfortzone, genieß es einfach und sei selbstbestimmt in der Art und Weise, wie du dich auslebst.

Frag dich selbst: Was gefällt mir?

Was macht dich an? Welche Fantasien hast du? Gibt es bestimmte Orte oder Situationen, in denen du besonders Lust hast? Schreib es doch einfach mal auf oder sprich es vielleicht direkt an. Hier sind noch ein paar weitere Gedankenanstöße, die dir bei deiner persönlichen Lust-Liste weiterhelfen könnten:

  • Wild & abenteuerlich?
  • Romantisch & sinnlich?
  • Toys oder no toys?
  • Langes Vorspiel gefällig oder doch direkt zur Sache?
  • Fetisch-Vorliebe?

“Fetisch” assoziieren wir häufig mit Dingen wie Füße lecken oder anderen Dingen, die für die Mehrheit der Menschen eher nicht erotisch sind. Dabei können Fetische auch Dinge wie Fesseln, Federn, dominierendes oder devotes Verhalten bedeuten. Also nicht von Stigma abschrecken lassen!

Go solo!

Ganz egal, ob du in einer festen oder lockeren Partnerschaft bist, regelmäßig Sex hast oder nicht: Kümmere dich um dich selbst, go solo all the way! Mach dir bewusst, dass du deine Lust selbst in der Hand hast, und das wortwörtlich. Lern dich und deine Vorlieben besser kennen, nicht nur, um mit dir selbst in Kontakt zu treten, sondern auch, um deinen Sex-Partner*innen genau sagen oder zeigen zu können, was für dich gut ist. Und wo wir schon beim Thema sind: Kommuniziere, wenn etwas sich nicht gut anfühlt. Niemand kommt in Stimmung, wenn etwas läuft, was man nicht mag. Pornos sind übrigens eine gute Option, wenn du allein einfach nicht so in Stimmung kommst. Nicht alle Sex-Filmchen sind dabei “schmuddelig”. Es gibt komplett legale und Spam-freie Seiten mit aller arten von Videos, die von echten Paaren oder Einzelpersonen aufgenommen wurden, von Dominanz und Kink, bis zu viel Sinnlichkeit und ohne Skripte zum Fremdschämen. Finde deinen Vibe und go with the flow. Vielleicht sogar mit einem Toy?

Mach das, worauf du Lust hast – in deinem eigenen Tempo

Nur weil Netflix und co eine Sex-Serie nach der nächsten raus hauen, heißt es nicht, dass du “vanilla” bist, wenn du in Missionarsstellung eben am besten kommen kannst, keine Lust auf Fesselspielchen oder einen Dreier hast. Nimm dir den Druck raus und genieß alles, was dir oder euch gemeinsam Spaß macht.

"Nein" ist ein vollständiger Satz

Zeichne deine Grenzen klar auf und lass dich nicht in deiner Bestimmtheit einschüchtern. Gerade in lockeren Verhältnissen, One Night Stands, aber auch in festen Beziehungen ist es enorm wichtig, deinen Standpunkt und deine Lust zu vertreten. Nein heißt nein und muss respektiert werden – und das von beiden Seiten, egal ob vor oder während.
Zwischen einem klaren Ja und einem deutlichen Nein liegt jede Menge Raum zu verhandeln. Darüber, was dich jetzt gerade in Stimmung bringt, wie du jetzt gerade Sex haben möchtest und wie du jetzt gerade Befriedigung suchst. Und dasselbe gilt für Partner*innen.

Sex ist da, um genossen zu werden. Nicht, um es anderen Recht zu machen.

Lies dir die Überschrift am besten gleich nochmal durch. Wenn dir irgendetwas nicht gefällt oder sogar weh tut, mach dich bemerkbar. Wenn du dich nicht wohlfühlst oder lieber aufhören möchtest, mach dich bemerkbar. Wenn du nicht genug bekommen kannst und willst, dass dein*e Partner*in etwas bestimmtes macht, mach dich bemerkbar. Wenn du auf etwas bestimmtes Lust hast, mach dich bemerkbar. Sei dir deiner Lust bewusst. Denn sie hat genauso viel Berechtigung wie jede andere. Sei dir deiner Bedürfnisse bewusst. Denn sie verdienen genau so viel Aufmerksamkeit wie die aller anderen. Sei dir deiner Selbst bewusst. Denn so kannst du deine Selbstbestimmtheit ausleben. Und auslieben.


Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen